Kastration

über die Hündin:

  • Erste Läufigkeit tritt ein, wenn der Hund sein Erwachsenen-Gewicht erreicht hat. In der Regel mit 7 Monaten, kann aber zwischen 6. und 12. Monat individuell schwanken. Kleine Hunde haben ihr Wachstum früher abgeschlossen.
  • Sexualzyklus: die Hündin ist in der Regel zweimal pro Jahr läufig. Die Läufigkeit dauert ca. 3 Wochen. Die Intervalle können aber individuell variieren.  Eine „Menopause“ wie beim Mensch tritt nicht ein.
  • Kastration: bei der Kastration werden je nach Hündin die Eierstöcke alleine (Ovariektomie) oder zusammen mit der Gebärmutter (Ovariohysterektomie) herausoperiert. Die Frühkastration erfolgt vor der ersten Läufigkeit (mit ca. 7 Monate). Sie hat den Vorteil, dass das Risiko für Fellveränderungen, Harninkontinenz und Mammatumore deutlich gesenkt werden kann. Die Spätkastration erfolgt nach der ersten Läufigkeit (ca. 3-4 Monate nach Beendigung). Insbesondere bei unsicheren Hunden empfiehlt sich die Kastration der Hündin zwischen der ersten und der zweiten Läufigkeit. Auch bei Arbeitshunden scheint die postpupertäre Kastration ein Vorteil zu sein. Nachteilig ist die Gefahr einer Fehlbedeckung durch einen Rüden. Das Mammatumorrisiko ist bei der Spätkastration immer noch vermindert. Bei Hochrisikorassen für Harninkontinenz hingegen wird eine Frühkastration empfohlen, da diese das Risiko für Inkontinenz deutlich senkt. (Ausnahme: Rottweiler). Eine längere Lebensdauer kann durch die Kastration erreicht werden. Neu bieten wir die laparoskopische Kastration („Knopflochmethode“) für die Hündin an. Vorteil: kürzere Operations- und Erholungszeit. Kein Fäden ziehen, Hund nach 1-2 Tagen wieder fit ohne zusätzliche Medikamente. Gerne informieren wir Sie in einem persönliche Gespräch über Vorteile und Kosten dieser Operation.
  • Läufigkeitsspritze: sie wird von uns NICHT empfohlen,  zumindest nicht als Dauertherapie, da sehr viele Nebenwirkungen bekannt sind. Mögliche Nebenwirkungen sind Mammatumor, Metropathie, Diabetes mellitus, m. Addison uvm.  Die Spritze selbst ist schmerzhaft für die Hündin und am Ort der Injektionsstelle können die Haare ausfallen und sich die Haut dunkel pigmentieren.
  • Den natürlichen Zyklus beibehalten: durch die Beibehaltung des natürlichen Sexualzyklus ist die Hündin stets hormonellen Schwankungen ausgesetzt. Dies kann zu folgenden Problemen führen: Scheinträchtigkeit, Zyste/Tumore/Vereiterungen an Gebärmutter, Eierstöcke und Mamma, Gefahr der Fehldeckung.

 

über die Kätzin:

  • Erste Rolligkeit tritt auf, wenn die Kätzin ein Gewicht von 2.5 – 3kg hat, dh. etwa im Alter von 5 – 7 Monaten.
  • Sexualzyklus: Die Rolligkeit wird in Gang gesetzt, wenn während mindestens 12-14 Stunden täglich Licht einwirkt. Daher ist die Katze normalerweise den Winter hindurch nicht rollig. Die Hauptaktivität ist Februar bis Juli. Wird sie nicht gedeckt, so wiederholt sich die Rolligkeit alle 2-3 Wochen. Die Rolligkeit zeigt sich mit deutlichen Verhaltensänderungen des Tieres. Da bei der Kätzin der Eisprung erst 24 – 30 Stunden nach dem Deckakt erfolgt, können zwischenzeitlich auch unerwünschte Kater aufsitzen und erfolgreich sein.
  • Kastration: erfolgt in der Regel ab einem Alter von 7 Monaten. Es werden dabei meistens nur die Eierstöcke entfernt (Ovariektomie).  Die Kastration dient der Prävention von Gebärmutter-, Eierstock- und Mammatumore und die Lebensdauer wird verlängert. Aufgrund der Kastration werden die Kätzinnen etwas grösser, das Knochenwachstum leicht länger anhält. Tendenz zu Obesitas und daraus Entwicklung von Diabetes kann durch Futterumstellung und Aktivitätssteigerung verhindert werden.
  • Medikamentelle sexuelle Ruhigstellung: mit der Therapie sollte in der sexuellen Ruhephase der Katze begonnen werden, dh. zwischen Oktober und Dezember. Sie kann mittels Injektion oder Tabletten erfolgen. Sie wird von uns NICHT als Dauertherapie empfohlen, da sehr viele Nebenwirkungen bekannt sind. Mögliche Nebenwirkungen sind tumoröse Veränderungen an der Gebärmutter, den Eierstöcken und an den Mammakomplexen.

 

über den Rüden:

  • Geschlechtsreife: mit 5- 10 Monate. Kleine Hunde generell früher als grosse Hunde. Dies ist durch vermehrtes Urinieren, Verhaltensänderung gegenüber Artgenossen
  • Kastration: Dabei werden chirurgisch beide Hoden entfernt. Es ist wichtig, dass der Hund das optimale Alter für eine Kastration hat. In der Regel sollte die Kastration erst nach der Pubertät erfolgen, dh. nach der Geschlechtsreife. Gewisse Verhaltensprobleme sind mit einer Kastration verbesserbar, aber sie löst nicht alle Verhaltensprobleme und ersetzt keine Erziehung. Der Sexualtrieb und damit korrelierendes unerwünschtes Verhalten ist jedoch danach abwesend und es stellt eine Prävention dar von Prostatakarzinom, Perianaltumore und Perianalhernie. Der ideale Zeitpunkt ist Rasse- und Wesensabhängig (ca. 8 Monate bis 3 Jahre). Mögliche Nachteile sind Tendenz zu Obesität, Fellveränderungen und selten Inkontinenz.
  • Medikamentelle sexuelle Ruhigstellung: Die Hodenfunktion ist medikamentell und somit reversibel unterdrückbar durch ein Implantat. Die Verhaltensänderungen sind mit denen einer chirurgischen Kastration gleichzusetzen ohne dass es zu Fellveränderungen kommt. Diese Methode eignet sich bei Rassen, die zu einer Fellveränderung tendieren, bei Ausstellungshunden oder als Test, ob die Kastration die gewünschte Wesensänderung bewirkt. Das Implantat kann alle 6 oder 12 Monate bedenkenlos erneuert werden. Achtung: Kastration ersetzt auf keinen Fall eine konsequente und dem Hund angepasste Erziehung und ist nicht immer die Lösung von Verhaltensproblemen.

 

über den Kater:

  • Geschlechtsreif: mit 7 – 10 Monaten.
  • Kastration: Ob Kater kastriert werden sollen oder nicht, sind sich alle Fachleute und der Tierschutz einig: ja UNBEDINGT! Dabei werden seine Hoden im Alter von 6-9 Monaten unter Vollnarkose chirurgisch entfernt. Kastrierte Kater streunen weniger, sind seltener Opfer von Streitereien und Verkehrsunfällen, weil sie nicht für die Brautschau auf Wanderschaft gehen. Kastration reduziert auch die Übertragung vieler Katzenkrankheiten, die bei Streitigkeiten und Sexualkontakt übertragen werden können.
  • Medikamentelle sexuelle Ruhigstellung: wird in Ausnahmefälle bei Zuchtkatern angewendet. Wird aber allgemein von uns wegen vielen Nebenwirkungen NICHT EMPFOHLEN.
  • Den natürlichen Zyklus beibehalten: Unkastrierte Kater in der Wohnung zu halten hält wegen der fleissigen Urin-Markiertätigkeit kaum jemand lang aus. Auch ruft der Tierschutz dazu auf, dass alle Freigänger-Kater zwingend kastriert werden sollen, da sich ansonsten die bereits viel zu hohe Katzenpopulation explosionsartig vermehren kann. Mehr dazu finden sie hier: Schweizer Tierschutz und hier: Protier