Der letzte Abschied

Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Es ist nicht immer einfach zu erkennen, wann der richtige Zeitpunkt für den Abschied gekommen ist. Wir unterstützen Sie gerne in der Beurteilung, ob ein altes krankes Tier noch Freude am Leben hat oder ob es so sehr leidet, dass der Tod eine Erlösung ist. Das Wichtigste ist, dass wir diese Entscheidung unabhängig von unseren eigenen persönlichen Bedürfnissen und Gefühlen treffen, sondern allein im Sinne und zum Wohl unseres Schützlings. Auf keinen Fall darf man ein Tier einschläfern, weil es im hohen Alter mehr Zeit für Pflege und Fürsorge beansprucht. Anderseits ist es egoistisch und unverantwortlich, wenn man die Schmerzen und Leiden eines Tieres ignoriert, weil man noch nicht bereit ist, loszulassen. In vielen Fällen ist diese Entscheidung nicht eindeutig und die Besitzer tun sich schwer zum Wohl des Tieres zu entscheiden. Sowohl das Ausmass der Erkrankung, das Alter Ihres Tieres, der allgemeine Gesundheitszustand, aber auch sein individuelles Wesen fliessen in die Entscheidungsfindung mit. Tiere zeigen – im Gegensatz zu den meisten Menschen – oft sehr spät Schmerzen, also erst dann wenn sie ganz stark sind. In freier Wildbahn schützt sie diese Vorsicht vor Feinden, die sonst eine leichte Beute sehen. Wichtig ist ebenfalls, dass man die Lage nicht vom menschlichen Standpunkt aus beurteilt. So hat beispielsweise das Tier keine Vorstellung von dem Tod oder dem Leben nach dem Tod.

Die Stunden vor dem Abschied
Ein Tier in freier Wildbahn zieht sich vom Rudel zurück, wenn es bereit ist zu sterben. Haustiere haben durchaus einen Sinn, wann der Zeitpunkt gekommen ist zu sterben. Diese Gewissheit kann in manchen Fällen vorhanden sein, aber ohne von Panik oder Todesangst begleitet zu sein. Instinktiv empfindet es diesen Zustand, dass die Dinge seinen rechten Lauf nehmen. Erst wenn der Besitzer Kummer und Angst verbreitet, vermittelt dies dem Tier, das nun etwas Bedrohliches passiert. Anders ist die Situation, wenn das Tier selber noch nicht gemerkt hat, dass der sanfte Tod eine Erlösung darstellt. Wenn wir uns entschieden haben, dem Tier bevorstehende Qualen zu ersparen, dann wird das Tier spüren, dass wir durch diese Entscheidung Trost gefunden haben und können diesen beruhigenden Trost auf das Tier übertragen. Um unser Tier nicht zu beunruhigen, sollten wir deshalb, auch wenn es uns schwer fällt, versuchen stark zu sein und unserem Gefährten mutig und tapfer zur Seite stehen. Gut gemeinte Gesten wie besonders leckere Mahlzeiten, lange tröstende Schmusestunde tun unseren Lieblingen nur begrenzt gut, da sie dabei das Gefühl bekommen, etwas Schlimmes steht bevor. Um Ihrem Tier unnötigen Transportstress zu ersparen, kommen wir auch gerne für die Euthanasie zu Ihnen nach Hause, damit Ihr Tier in seiner vertrauten Umgebung einschlafen kann. Überlegen Sie sich im Voraus, ob Sie bis zur letzten Minute bei Ihrem Tier dabei sein wollen oder lieber nicht. Dies im letzten Moment spontan zu entscheiden kann überfordernd sein und Unruhe vermitteln. Eventuell möchten Sie auch einen Ihnen vertrauten Menschen mitnehmen, der Sie anschliessend nach Hause fahren kann?

Leidet mein Tier beim Einschläfern?
Auf dem letzten Weg sollte kein Tier leiden müssen. Bei der Euthanasie kann Ihr Tier komplett schmerzfrei und ohne Bewusstsein sterben. Wir garantieren einen sanften würdigen Übergang und unterstützen Sie im schwersten Moment des Zusammenlebens mit Ihrem geliebten Partner. Das Wort „Einschläfern“ ist passend, da das Tier mit einer bewussten Überdosierung von Baribturat (Narkosemittel) zuerst in einen tiefen Schlaf fällt und dabei nicht aufwacht, wenn die Wirkung der Überdosis eintritt. In der tiefen Narkose hört es auf zu atmen und sein Herz schlägt nicht mehr. Das Tier merkt so den Eintritt des Todes nicht. Obwohl sich ein Tier in einer sehr tiefen Narkose befindet, wenn der Tod eintritt, kann es dennoch sein, dass seine Muskeln zucken oder es Harn oder Kot absetzt. Dies sind keine Anzeichen von Bewusstsein oder Schmerz sondern rein unbewusste Reflexe.

Was passiert mit dem verstorbenen Tier?
Wir helfen Ihnen vorab zu klären, was Sie mit Ihrem verstorbenen Tier machen möchten. Wollen Sie den Leichnam mit nach Hause nehmen und selber beerdigen? Dank enger Zusammenarbeit mit dem Tierkrematorium Kirchberg können Sie das Tier auch bei uns lassen und wir veranlassen dann für Sie, dass das Tier eine Krematorium erhält. Falls Sie Ihr Tier in der Praxis euthanasieren lassen, besteht zusätzlich die Möglichkeit, dass wir für Sie kostenlos das Tier zur Kadaverstelle bringen.

Mehr Infos finden Sie bei: http://www.tierkrematorium-kirchberg.ch/

Was hilft bei der Trauer?
Letztendlich gibt auch das Gefühl eine Entscheidung getroffen zu haben ein gutes Gefühl, da man bis zuletzt der Verantwortung gegenüber seines Schützlings gerecht geworden ist. Viele Jahre hat man gemeinsam verbracht, überall sind Erinnerungen und der Alltag ist ohne das Tier viel leerer. Besonders schmerzhaft sind unbenutzte Körbchen, leere Futternäpfe und andere Gegenstände des Tieres. Die Trauer um einen tierischen Freund nehmen wir genauso ernst, wie die Trauer um einen Menschen. Experten sagen, durch die persönliche Beziehung zu einem Lebewesen, wird eine Verbundenheit für die Ewigkeit geschaffen. Letztlich hilft es vielleicht, Trost bei anderen Tierfreunden zu suchen, die aus eigener Erfahrung nachvollziehen können, was in Ihnen vorgeht. Wir freuen uns, wenn Sie uns ein Foto Ihres verstorbenen Tieres zusenden, das wir dann hier unter der Rubrik MEMENTO MORI mit anderen einfühlsamen Tierfreunden teilen.